Wege in den Beruf

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Erschienen im ZEIT Studienführer 2014/15

2001 hat die Journalistin Lisa Srikiow in Köln Abi gemacht. Jetzt hat sie drei ihrer Mitabi­ turienten wiedergetroffen – zu einem Gespräch über Lebensläufe und den Lauf des Lebens.

War euch eigentlich nach dem Abi klar, wie es weitergehen soll?
ANNE: Um ehrlich zu sein, war ich von den unzähligen Berufsmöglichkeiten ziemlich überfordert. Irgendwas mit Schreiben kam mir sinnvoll vor, da ich das einigermaßen gut konnte.
NAWID: Ich konnte mich nicht entscheiden. Medizin fand ich immer schon spannend, Philosophie und Musik aber auch.
BETTINA: Ich hatte schon vor dem Abi einen Ausbildungsplatz als Industriekauffrau bei einem Hersteller für Düfte mit Sitz in Köln. Mir war es damals wichtig, schnell unabhängig zu sein, mein eigenes Geld zu verdienen. In meinem Freundeskreis war ich die Erste mit einer eigenen Wohnung, das war schon toll.

Anne, du bist am Ende freiberufliche Kuratorin und Kunstmanagerin geworden …
ANNE : Ja. Meine Arbeit sieht jeden Tag ein wenig anders aus: Mal betreue ich Künstler, dann muss ich mich um Steuerabrechnungen kümmern oder Pressemitteilungen schreiben. Nach dem Abi wusste ich nicht mal, dass es einen Beruf wie meinen gibt. Als Abiturient hat man ein paar klassische Berufe im Hinterkopf, zum Beispiel Jurist, Mediziner oder Lehrer. Das Spektrum ist also überschaubar. Während des Studiums stellt sich aber heraus, wie viele Nischen existieren.

Wie hast du deine Nische entdeckt?
ANNE: Das hat sich entwickelt. Irgendwann hatte ich mich entschieden, etwas mit Medien zu machen. Ich habe mich in Münster für Medien- und Kommunikationswissenschaft eingeschrieben, Kunstgeschichte war eines meiner beiden Nebenfächer. Rückblickend würde ich sagen, ich habe meinen Schwerpunkt schon damals auf Kunst gelegt. Das ergab sich so, denn in Kunstgeschichte wurde auch von uns Nebenfächlern viel verlangt, und es hat mir Spaß gemacht. Also habe ich mich da reingestürzt. Aber das war keine bewusste Weichenstellung.

NAWID : Manchmal muss man erst anfangen, um herauszufinden, was man will. Ich habe zum Beispiel erst Medizin und Philosophie parallel studiert. Ich habe dann schnell gemerkt, dass mir die Art, wie Geisteswissenschaften an der Universität vermittelt werden, nicht so gut gefällt.

(Gekürzte Version)

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