„Der Islam soll Lösung aller Probleme sein“

Erschienen auf nationalgeographic.de am 1. August 2014

ISIS im Irak, Boko Haram in Nigeria und die Salafisten in Deutschland. Islamisten machen vielen Menschen Angst, wohl auch deshalb gibt es über den Islam als Religion so viele Missverständnisse. Der Politik- und Islamwissenschaftler Stephan Rosiny klärt auf.

Entführungen, Überfälle, Morde – das Vorgehen islamistischer Gruppen wie Boko Haram in Nigeria und ISIS in Irak erschreckt uns. Warum gehen die Milizen so brutal vor?
Es geht diesen radikalislamistischen Gruppen um Einschüchterung, man will unter den Gegnern Angst und Schrecken verbreiten. Damit sind die Kämpfer des „Islamischen Staats im Irak und in Großsyrien“ (ISIS) äußerst erfolgreich, denn viele irakische Regierungssoldaten sind Hals über Kopf geflohen. Zudem haben islamistische Extremisten eine konkrete Endzeiterwartung. Durch den Kampf gegen vermeintlich Ungläubige versprechen sie sich einen Platz im Paradies. Für die Kämpfer von ISIS und Boko Haram ist Gewalt somit ein legitimes Mittel, um ihre Ziele zu erreichen.

Die Religion prägt die gesamte Vorstellungswelt?
Allgemein sehen Islamisten im Islam die Lösung auf sämtliche Probleme. Für die Anführer von ISIS beispielsweise ist der Salafismus, eine sehr fundamentalistische und exklusive Deutung des Islam, das einzig richtige Verständnis ihrer Religion. Salafisten legen die islamischen Quellen wortwörtlich aus, für sie gilt stets die strengste Regel – auch wenn es liberalere Interpretationen derselben Textstelle gibt. Nehmen Sie als Beispiel die Verschleierung der Frau. Dafür gibt es unter Muslimen mehrere Auslegungen. Aus dem Koran selbst lässt sich noch keine Verschleierungspflicht ableiten, sondern erst aus ergänzenden, uneinheitlichen Prophetenüberlieferungen. Die Salafisten verlangen, dass Frauen sich voll verschleiern, das heißt auch ihr Gesicht.

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