Alle Augen auf Baku

Lisa Srikiow © Der Journalist 2/2012

Im Mai wird der 57. Eurovision Song Contest ausgetragen. Ort des Spektakels ist das autoritär regierte Aserbaidschan. Wie bereiten sich deutsche Journalisten vor?

221 Punkte brachten Ell und Nikki den Sieg. Platz eins für Aserbaidschan. So war es beim Eurovision Song Contest (ESC) 2011. In Sachen Pressefreiheit rangiert das zentralasiatische Land jedoch auf Platz 162. Reporter ohne Grenzen listet Aserbaidschan noch hinter dem Irak und Afghanistan.

Um das negative Image abzustreifen, investiert die Regierung viel. Angeblich will das durch Erdöl reich gewordene Land eine Milliarde Euro für den ESC ausgeben, der diesmal in Aserbaidschans Hauptstadt Baku gastiert. Aserbaidschan als würdiger Gastgeber – das sollen die Medien nach dem Willen des Regimes abbilden.

Wie bereiten sich deutsche Journalisten auf Baku vor? Jan Feddersen berichtet seit vielen Jahren für die taz und den NDR über den ESC. Von einem Boykott der Veranstaltung, wie er teils in der Politik gefordert wurde, hält Feddersen nichts. „Aserbaidschan hat die Teilnahme am ESC immer sehr ernst genommen. Warum sollte man ihnen die Gastgeberrolle verwehren – zumal alle, die nach Baku fahren, besonders empfindsam auf Menschenrechtsprobleme reagieren werden.“ Der Wettbewerb sei „immer schon politisch“ gewesen. Feddersen setzt auf Entspannungspolitik, verbittet sich aber jede Einflussnahme. „Wenn ich in Baku etwas zu kritisieren habe, werde ich das auch tun.“

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